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Marion Dirks - Reden
Rede anlässlich der Verabschiedung der Klassen
10 der Realschule Billerbeck am 19. Juni 2009
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Schülerinnen und Schüler, verehrte Eltern,
sehr geehrter Herr Grimm, verehrte Gäste,
Nun ist der Tag da. Ihr erwartet die lang ersehnten
Zeugnisse. Ihr seid erfolgreich, ich beglückwünsche
Euch im Namen der Stadt Billerbeck herzlich zu eurem
Erfolg. Dieser Erfolg, ist aber nur eine, wenn auch
nicht unwesentliche Sprosse auf Eurer Lebensleiter –
vorausgesetzt, Ihr seid mit mir der Ansicht, dass der
Mensch ein Wesen ist, das sich ständig weiterentwickelt.
Albert Schweitzer hat es einmal so gesagt: „ Der Mensch
ist ein Werdender“. Und das ist für uns eine positive
Botschaft: „Jeder kann morgen etwas werden, was er heute
noch nicht ist.“
Das ist Hoffnung, das ist Optimismus, das ist Zuversicht:
„Jeder kann morgen etwas werden, was er heute noch nicht
ist!“ Und damit bejahen wir die Welt mit all ihren
Chancen und Möglichkeiten! Nutzt einen Teil dieser
Chancen und Möglichkeiten zum eigenen Vorteil und zum
Vorteil der Gesellschaft, in der wir leben!
Wenn Menschen das Wort Erfolg hören, reagieren viele
von ihnen sehr aggressiv. Einige Menschen, wenn sie das
Wort Erfolg hören, denken sofort ans Geld. Andere, wenn
sie das Wort Erfolg hören, glauben, man könne nur
erfolgreich sein, wenn man blaue Flecken am Ellenbogen hat,
wenn man bereit und fähig ist, über Leichen zu gehen.
Es gibt zwei Wege zum Erfolg. Es gibt den Weg über
Leichen, den gibt es. Aber es gibt auch den Weg zum
Vorteil, zum Nutzen der anderen.
In London steht auf der Themsebrücke ein Bettler,
einen verbeulten Hut in der Hand: „penny please, penny
please, penny please“. Ein vornehmer englischer
Gentleman mit einem bowler hat kommt vorbei, wirft
ein paar pence in den Hut und sagt lächelnd: „Haben
Sie auch schon mal überlegt, ob Sie Nutzen bringen
können?“ Er tippt an seinen bowler hat und geht weiter.
Der Bettler sagt: „Nutzen bringen, Nutzen bringen?
Geld will ich haben, viel Geld haben! Nutzen bringen?“
Aber in dem Augenblick kommt eine ältere Dame über
die Themsebrücke, die einen Bollerwagen hinter sich
herzieht. Und dieser Bollerwagen ist so voller Kisten,
dass immer rechts oder links eine Kiste hinunterfällt.
Und zum erstenmal in seinem Leben stellt der Bettler
sich die Frage: „Ich könnte doch Nutzen bringen,
ich könnte doch die alte Dame zu den englischen
Hafenanlagen bringen, wo man die Kisten braucht,
damit beim Seegang auf den Schiffen die Ware nicht
hin und her geschleudert wird.
Seit diesem Tag war er täglich in den englischen
Hafenanlagen und hat sich umgesehen. „Wo kann ich
Nutzen bringen?“ Heute ist er ein gemachter Mann
und Besitzer der englischen Hafenanlage durch das
Prinzip „Nutzen bringen“.
„Wie groß ist der Nutzen, den ich bringe?“ Wir sind
nicht erfolgreich, wenn wir andere ausnutzen! Wir
sind nur dann erfolgreich, wenn es uns gelingt,
anderen wertvollen Nutzen zu bringen! Und dann, das
kann ich aus eigener Erfahrung sagen, stellt sich das
ein, was wir landläufig Glück nennen.
Wie groß ist der Nutzen, den ich meinem Unternehmen
bringe, wie groß ist der Nutzen, den ich der
Gesellschaft bringe? Und einige kennen sicher das
wunderbare Zitat von John F. Kennedy: „Fragt nicht
immer was der Staat für Euch tun kann, sondern
fragt einmal, was wir für die Gemeinschaft tun
können!“ Ich bin mir sicher, dass ihr diesen Ratschlag
auf eurem Weg in die Zukunft beherzigen werdet, dass
ihr bereit seid, nicht nur euren persönlichen Vorteil
zu sehen, sondern bereit seid, auch für und mit den
anderen zu denken.
Und wenn ich Euch jetzt, liebe Schülerinnen und Schüler,
für die weitere Zukunft viel Erfolg wünsche, dann Erfolg
in dem gerade beschriebenen Sinne.
Viel Erfolg !
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