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Marion Dirks - Reden
Rede zur Verabschiedung der Schulabgänger
der Städtischen Realschule Billerbeck 2006
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Schülerinnen und Schüler!
Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer!
Sehr geehrte Eltern!
Ihr habt es geschafft. Gleich nehmt ihr eure Zeugnisse
entgegen. Nach zehn Schuljahren habt ihr ein wichtiges
Ziel erreicht, den Abschluss der Realschule, die
Fachoberschulreife, wir sagten früher „Mittlere Reife“
dazu.
Ihr und eure Eltern könnt stolz auf das Erreichte sein.
Natürlich seid ihr noch lange nicht am Ziel. Nun stehen
weitere Schulbesuche oder die Lehre an. Doch all das,
was ihr bis jetzt erreicht habt, was Schule und Eltern
euch mitgeben, was ihr euch selbst erarbeitet hat, kann
euch keiner mehr nehmen.
Der chinesische Philosoph Konfuzius, der bereits vor
etwa 2.500 Jahren lebte und heute noch viel und gern
zitiert wird, hat sich auch über den Prozess des Lernens
seine Gedanken gemacht. "Der Mensch", so stellte er
einmal fest, "hat dreierlei Wege, klug zu werden; erstens
durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch
Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch
Erfahrungen, das ist das Bitterste." Jeder Mensch, davon
bin ich überzeugt, erfährt mehr als einmal in seinem Leben,
das Konfuzius mit dieser Erkenntnis den Nagel auf den Kopf
getroffen hat. Jeder Mensch - und das heißt auch: jeder
Politiker sowie jeder, der lehrt oder lernt.
Auch Schule ist ein Ort, an dem die von Konfuzius
beschriebenen Prozesse stattfinden. Schule ist eine
Stätte des Nachdenkens. Wie ging denn noch einmal die
Formel, oder wie heißt denn bloß diese Vokabel?
Doch in der Schule geht es auch darum, die Welt
verstehen zu lernen, was gerade heute nicht immer so
einfach ist. Ebenso lassen sich im Schulalltag viele
Erfahrungen sammeln, die klüger machen. Und mancher
lernt vielleicht erst durch die Erfahrung, dass es nicht
reicht, bloß die Stunden abzusitzen, sondern dass es
darauf ankommt, sich auf die Lernangebote wirklich
einzulassen und aktiv mitzuarbeiten. Und nicht zuletzt
bietet der Schulstoff auch Muster und Lebensmodelle,
die sich zur Nachahmung eignen.
Ich weiß, bei der Suche nach Vorbildern nimmt die Schule
beziehungsweise der Schulstoff nicht gerade eine
Spitzenstellung ein. Ihr Jugendlichen habt da andere
Maßstäbe. Ihr orientiert euch wahrscheinlich an Pop- und
Filmstars oder an Sportlern. Doch die Jugend von heute
lebt eben nicht nur in der Welt des Glamours und des
Erfolgs; bei Befragungen nennen die Jugendlichen auch
die Eltern als Vorbilder. Wen immer sie wählen - eines
steht fest: Das Thema Vorbild ist wieder in. Die Menschen,
zumal die Jüngeren, suchen nach Personen, die ihnen ein
Beispiel geben.
Ich hoffe sehr, ihr könnt euch in den nächsten Wochen
unsere Fußballstars zu Vorbildern küren. Da müssen sie
aber schon gute Leistungen und tolle Spiele hinlegen,
wenn sie unter euren kritischen Augen bestehen wollen.
Den folgenden Satz haben sicherlich eure Lehrern und
Eltern schon so oft gesagt, dass ihr ihn nicht mehr hören
könnt: „Ihr lernt für euer Leben und nicht für die Schule“.
Euch wird es genauso gehen wie mir selbst. Noch heute
erkenne ich täglich neu, dass der Stoff, den ich in der
Schule zu pauken hatte, wichtig war.
63 Schülerinnen und Schüler verlassen nun die Realschule
Billerbeck. Ich gratuliere im Namen der Stadt Billerbeck
herzlich zu eurem Erfolg.
Das letzte Jahr war wahrscheinlich manchmal hart, aber
ihr habt es geschafft, und darauf dürft ihr stolz sein. Es
wird vielleicht nicht ganz einfach, sich nun in Ausbildung
und Beruf zu behaupten und die eigene Lebensplanung
zu verwirklichen. Aber ihr habt eine gute Grundlage
bekommen, und ich wünsche euch nun alles Gute für eure
Zukunft. Vor allem zunächst einmal tolle Party-Tage und
schöne Ferien.
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