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Marion Dirks - Reden
Begrüßung des neuen Propstes Hans-Bernd Serries
an der Berkelbrücke, 2006
- Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Billerbecker Blumenfreunde,
das Leben einer Bürgermeisterin ist zweifellos hart.
Die schwierige Haushaltslage der Stadt vor Augen
müssen trotz allem eine Reihe von Aufgaben erledigt
werden. Der Kampf gegen die Bürokratie auf Bundes-
und Landesebene oder gegen hohe Kreisumlagen, der
volle Terminkalender tun ihr übriges. Das Leben eines
jeden Gärtners ist aber noch viel härter. Da bin ich mir
sicher. Zwar müssen sich Hobbygärtner nicht mit
parteipolitisch schwarz, grün, blaugelb oder rot
gefärbten Anträgen und Sichtweisen auseinandersetzen,
dafür aber mit ungeahnten anderen Herausforderungen.
Mal gibt es für das Lieblingsrevier des Gartenfreundes
ein zu kaltes, mal ein zu warmes Frühjahr, dann die
Eisheiligen, Hagelschlag und Dauerregen, heftige
Sturmböen und eisigen Wind, zu wenig Niederschlag
oder zu viel Niederschlag, Frühfröste und Spätfröste,
Blattläuse und Blasenfüße, weiße Spinne und rote Spinne,
Spinnmilbe und Schildlaus, Pilzerkrankungen, selbst-
verständlich die Wühlmaus und natürlich unerwünschte
Wildkräuter aller Art. Nicht zu vergessen schleimige
Nacktschnecken, die nächtens lauern, um kostbare und
liebevoll gepflegte Pflanzen völlig skrupellos zu
skelettieren.
Kurz und gut: Wer glaubt, seinen Garten - einen
vermeintlichen Ort des Friedens und der Idylle - im Griff
zu haben, irrt oft gewaltig.
Während der heiße Sommer den Schwimmbädern und
Mineralwasserverkäufern Rekordzahlen bescherte, wurden
aus Grünflächen zusehends Braunflächen. Temperaturen
um die 40 Grad über viele Tage und Wochen setzten dem
Grün arg zu. Die Saharahitze ließ Kartoffeln schrumpfen,
aber Tomaten pilzfrei erstrahlen, Äpfel und Birnen klein
und kompakt werden, aber die Weintrauben zu
ungeahnten Qualitäten heranreifen. So ist das
Gärtnerleben!
Angesichts der hier kurz geschilderten geradezu
apokalyptischen Heimsuchungen eines Gärtners, frage
ich mich: Warum gärtnern Sie eigentlich?
Ich denke, nicht nur, weil es Ihnen ein kleines Stück vom
Paradies in oder an ihrer Wohnung oder ihrem schafft.
Auch das Auf und Ab, das nicht Planbare, die
Herausforderung hat ihren besonderen Reiz.
Was wäre das Leben ohne Überraschungen? Und wo
die Herausforderungen für den grünen Daumen? Wer
gärtnert, weiß, Blühen und Verblühen wechseln einander
ab.
Sie alle gemeinsam formen unser farbenfrohes Stadtbild,
das in diesem Jahr durch viele Foto- und Fernseh-
aufnahmen besonders zur Geltung kam. Anlässlich unser
WM-Gastgeberrolle haben wir unsere städtischen
Blumenebeete in den Nationalfarben von Serbien-Montenegro gepflanzt. Viele von Ihnen sind diesem
Beispiel gefolgt und haben damit die Besucherinnen und
Besucher aus dem In-und Ausland begeistert. Wenn auch
unsere Gastmannschaft all ihre Spiele verloren hat, wir
alle haben gemeinsam gewonnen und uns als blühender
Gastgeber präsentiert. Herzlichen Dank Ihnen allen.
Vor diesem Hintergrund, meine sehr verehrten Damen
und Herren, gilt Ihnen, die Sie am Blumenschmuck-
wettbewerb 2006 teilgenommen haben, mein herzlicher
Dank für Ihr Engagement und ihre Bemühungen um ein
grünes und blühendes Billerbeck in den Baumbergen.
In diesem trockenen und heißen Sommer haben Sie ganz
hervorragende Arbeit geleistet. Bis weit in den Oktober
hinein erstrahlten die Sommerblumen in ihren Farben.
Eine tolle Leistung.
Mein Dank geht auch an die bewährten Juroren, die in
diesem Jahr den Blumenschmuck bewerten durften, und
natürlich in erster Linie an den unermüdlichen Ausrichter,
den Verein der Garten- und Blumenfreunde. Nun bleibt
mir noch, Ihnen einen schönen Abend und uns gemeinsam
ein aufblühendes Billerbeck zu wünschen.
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