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Interview mit Marion Dirks - Billerbecker
Anzeiger vom 2. Oktober 2004

Mit der unabhängigen Bürgermeisterkandidatin
Marion Dirks sprach BA-Redakteurin Christine Tibroni:

Ein intensiver Wahlkampf und ein spannender Wahlgang liegen hinter Ihnen. Wie ist Ihre Stimmung? Woher nehmen Sie Energie und Motivation für die zweite Runde?

Mein erstes Ziel habe ich erreicht. Mit 39,5 Prozent habe ich meine Gegenkandidaten hinter mir gelassen. Ein schönes Gefühl. Die Energie geben mir die Menschen: Unzählige Glückwünsche zum Etappensieg und ebenso viele gute Wünsche begleiten mich. Meine Motivation ist so stark wie am ersten Tag: Ich möchte Bürgermeisterin aller Billerbecker werden

Was werden Sie tun, um die Wähler für die Stichwahl am 10. Oktober zu mobilisieren?

Durch persönliche Ansprache möchte ich die Wähler überzeugen, dass es sich lohnt, auch am 10. Oktober zur Wahl zu gehen. Auf meinem Programm stehen Info-Stände und Hausbesuche. Das Interesse an der Wahl ist groß. Viele werden erneut zur Wahl gehen.

Eine spannende Frage ist, wie sich die SPD-Wähler verhalten werden. Was halten Sie für realistisch: Bleiben sie auf Oppositionskurs zur CDU und ihrem Kandidaten? Oder revanchieren sie sich dafür, dass die unabhängige Bewerberin dem eigenen Kandidaten Stimmen abspenstig machte?

Ich denke nicht, dass Wähler sich auf Oppositionskurs zu irgendeinem Kandidaten befinden. Sie sind gut informiert und geben demjenigen die Stimme, von dem sie glauben, dass er ihre Interessen am besten vertritt. Die Wähler von Klaus Wieling entscheiden sich neu und wägen ab. Und sie werden das nach bestem Wissen und Gewissen tun. Ich glaube nicht, dass hier ein Revanche-Gedanke im Spiel sein wird.

Haben Sie das Gespräch mit den SPD-Vertretern gesucht, die sich ja bisher einer offiziellen Empfehlung enthalten haben?

Ich habe der SPD-Fraktion meine Zusammenarbeit angeboten, sollte ich zur Bürgermeisterin gewählt werden. Dabei habe ich deutlich gemacht, dass ich meine Unabhängigkeit sehr ernst nehme. Eine konkrete Empfehlung seitens der SPD habe ich nicht ersucht. Meine Zusammenarbeit habe ich auch den Grünen angeboten. Im Falle meiner Wahl werde ich auch auf die CDU zugehen.

Zur Frage der Beziehung zwischen Bürgermeister (BM) * und Stadtrat gibt es zwei Ansätze: a) Der BM braucht eine „Hausmacht“, möglichst die Mehrheitsfraktion, um etwas zu bewegen. b) Der BM muss mit allen Fraktionen zusammenarbeiten und fraktionsübergreifend Mehrheiten finden. Welchen Ansatz favorisieren Sie?

Als unabhängige Bürgermeisterin werde ich mit allen drei Fraktionen im Rat zusammenarbeiten. Dabei geht es eben nicht um Macht, sondern um die Sache. Dass dabei die Mehrheitsfraktion ein wichtiger Ansprechpartner ist, steht außer Frage. Doch wenn die Machtfülle zu groß ist, wenn Bürgermeister und Mehrheitsfraktion sich die Bälle zuspielen, bleiben schnell die Interessen der Bürger außen vor. Unabhängige Bürgermeister liefern in anderen Gemeinden hervorragende Arbeit ab, weil Parteiinteresse und Machtkalkül keine Rolle spielen. So stelle ich mir das in Billerbeck auch vor.

Der neue BM steht vor wichtigen Aufgaben: Besetzung der vakanten Fachbereichsleiterstellen, Hartz IV. Hinzu kommt das „Tagesgeschäft“. Welche Prioritäten werden Sie setzen? Werden Sie die Aufgaben ohne Beigeordneten bewältigen?

Die vakanten Fachbereichsleiterstellen müssen unverzüglich besetzt werden. Beim Thema Hartz IV ist der Fachbereich Soziales bereits gut eingebunden. Die Arbeit werde ich selbstverständlich ohne Beigeordneten erledigen. Die Aufgabe in einer Kleinstadt wie Billerbeck ist zwar anspruchsvoll, aber überschaubar. Da ich sowohl die fachliche als auch berufliche Qualifikation für die Verwaltungsführung habe, werde ich sie eigenständig übernehmen.

Begründen Sie bitte, warum der Bürgermeister ein Verwaltungsfachmann sein muss/warum er kein Verwaltungsfachmann sein muss.

Die Frage ist, was Verwaltungsfachmann überhaupt heißt? Als Diplom-Volkswirtin und Finanzwissenschaftlerin bringe ich alle Voraussetzungen für Verwaltungslaufbahnen mit, habe fundierte Erfahrungen mit vielen Verwaltungen, habe allerdings bis heute nicht in Verwaltungen, sondern stets in Unternehmen gearbeitet. Genau das ist mein großer Vorteil: Ich kombiniere Ausbildung, Erfahrung und die Sicht von außen. Vor allem kann ich gestalten, nicht nur verwalten.

Ihr Tipp für den Ausgang der Stichwahl in Billerbeck?

Ich habe bislang nicht getippt und tue es auch jetzt nicht.

Wie stellen Sie sich Ihren ersten Arbeitstag als Bürgermeisterin vor?

Meinen ersten Arbeitstag werde ich den Mitarbeitern der Stadtverwaltung widmen. Mein Führungsstil wird partnerschaftlich sein. Es liegt mir daran, Mitarbeiter zu fördern und damit gleichzeitig zu fordern.


Marion Dirks

Weihgarten 2
48727 Billerbeck

Telefon 02543 25260
Telefax 02543 25261
info@mariondirks.de

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